5 Ideen für ein noch seniorenfreundlicheres München

13. Januar 2020 | von Dieter Reiter

© pressmaster – stock.adobe.com

Für mich ist klar: Seniorinnen und Senioren sollen auch künftig sicher und abgesichert in unserer Stadt, in ihrem angestammten Stadtviertel leben können und von einer guten städtischen Infrastruktur profitieren!

Für diese fünf Maßnahmen setze ich mich ein:

1. Lebenslanges Wohnrecht

Wer die Lebensleistung älterer Menschen respektiert, vertreibt sie nicht aus ihren Wohnungen. Seniorinnen und Senioren müssen in München ein lebenslanges Wohnrecht in ihren Wohnungen erhalten. Für Wohnungen im städtischen Bestand wenden wir dieses Prinzip schon jetzt an. Aber dieser Grundsatz muss auch für alle anderen Vermieter gelten. Und wer in seinen eigenen vier Wänden Unterstützung braucht, erhält diese bereits heute – durch Fahrdienste zum Arzt, durch hauswirtschaftliche Hilfen, durch Begleiter zu Veranstaltungen. Und wer umziehen muss oder möchte, kann auf städtische Angebote wie neue Wohnprojekte, Mehrgenerationenhäuser oder Tauschbörsen für Wohnungen zurückgreifen. Diese Angebote werden wir weiter ausbauen!

2. Mehr Sicherheit auf Münchens Straßen

Mir ist es wichtig, dass sich unsere Stadt noch besser auf die Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren einstellt. Dazu gehören längere Ampelphasen, breitere Gehwege und mehr Bänke für Verschnaufpausen, so wie wir das in der Fußgängerzone in der Innenstadt schon umgesetzt haben. München soll eine Stadt der kurzen Wege werden – und diese Wege müssen problemlos zu Fuß oder mit Rollatoren zurückzulegen sein. Fußgängerinnen und Fußgänger brauchen in München ein Sprachrohr in der Verwaltung – deshalb will ich einen Fußverkehrsbeauftragten bzw. eine Beauftragte in München! Damit im alltäglichen Gegeneinander von Autos, Fahrrädern und E-Rollern immer auch die Interessen der Fußgängerinnen und Fußgänger berücksichtigt werden.

3. Bezahlbarer und komfortabler Nahverkehr

Wer am öffentlichen Leben teilhaben, wer ins Stadion oder ins Theater will, muss mobil sein. Ich habe mich bei der aktuellen Tarifreform dafür eingesetzt und werde auch weiterhin dafür kämpfen, dass diese Mobilität bezahlbar ist und langfristig noch günstiger wird. Dafür müssen die Ticketpreise für S-Bahn, Tram, U-Bahn und Bus runter – als erstes beim Sozialticket, dann für Münchner Seniorinnen und Senioren. Wenn wir das Angebot weiter ausgebaut haben, soll der MVV für alle kostenlos sein – weil das sozial und ökologisch ist. Alle öffentlichen Verkehrsmittel müssen barrierefrei und sicher erreichbar sein. Konkret bedeutet das: barrierefreie Verkehrsmittel, funktionierende Rolltreppen und Lifte, abgeflachte Bordsteine, Verzicht auf Kopfsteinpflaster und mehr Markierungen.

4. Ausweitung der Unterstützungsangebote

Ein menschenwürdiges Leben muss in München unabhängig vom Alter möglich sein. Wir warten deshalb nicht, bis Berlin die Mindestsicherung im Alter anhebt, sondern bauen unsere städtischen Leistungen weiter konsequent aus. Beratungsangebote in den eigenen vier Wänden und hauswirtschaftliche Hilfen haben wir bereits eingeführt - ebenso wie kostenfreie Kultur-, Freizeit- und Mittagsangebote. Diese Angebote werden wir in den kommenden sechs Jahren noch ausweiten, um möglichst vielen Seniorinnen und Senioren zu unterstützen und ihnen allen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.

5. Digitale Bildung unabhängig vom Alter

Gerade für Seniorinnen und Senioren bietet das Internet eine große Chance, sich von zu Hause zu informieren, weiterzubilden oder auch einfach nur den Kontakt zu Familie und Freunden aufrechtzuerhalten. Diese Möglichkeiten der digitalen Welt müssen allen Menschen unabhängig vom Alter offenstehen – egal wie viel Geld sie haben: Entsprechende Angebote der Münchner Volkshochschule, der Stadtbibliotheken und der Alten- und Servicezentren wollen wir deshalb in den kommenden Jahren ausbauen. Die Stadt bietet aber auch weiterhin persönliche Beratungen an, für alle, die lieber analog, nicht digital unterwegs sind.

Für ein zufriedenes und sicheres Leben im Alter

Alle Menschen müssen sich unser München auch im Alter leisten und hier gut leben können. Das ist eine tägliche Herausforderung. Mit den zahlreichen zusätzlichen Leistungen der Stadt München haben wir in den letzten Jahren viel erreicht. Dennoch gibt es weiterhin viele Menschen, die es schwer in der Stadt haben. Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass wir unsere bundesweit einmaligen Angebote, wie unsere 32 Alten- und Servicezentren konsequent ausbauen, gleichzeitig aber auch die Bundesregierung weiter dazu auffordern, endlich Verbesserungen bei Rente und Sozialleistungen zu beschließen. Denn wer sein Leben lang viel für München geleistet hat, muss sich München auch im Alter gut leisten können.

Dieter Reiter

Dieter Reiter

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München

Teilen

Dran bleiben: Newsletter-Abo