MVV-Tarifreform – das ändert sich für Sie

05. Dezember 2019 | von Simone Burger

Die verschiedenen Tarife im Münchner Nahverkehr waren bisher zu kompliziert. Deshalb haben wir mit der MVV-Tarifreform die Preise und Tarife stark vereinfacht. Was das für Sie genau bedeutet, beschreibe ich in diesem Blog-Artikel.

Deshalb wollen wir die MVV-Tarife vereinfachen

Vor kurzem hat mich eine ältere Dame gefragt, ob sie mit ihrer Wochenkarte für die Ringe 1 und 2 auch zum Georg-Brauchle-Ring fahren kann. Und ich musste – als Münchnerin und als jemand der sich länger mit dem Thema MVV-Tarif auseinandergesetzt hat – passen. Wir haben dann beide einen Fahrplanaushang gesucht und nachgesehen. Das Ergebnis, der Georg-Brauchle Ring liegt in Ring 3 und sie musste doch ein Ticket lösen.

Das zeigt: Einfach einsteigen und fahren war bisher auch für Münchnerinnen und Münchner nicht möglich. Deswegen freue ich mich auf die MVV-Tarifreform! Denn mit der neuen M-Zone ist endlich Schluss mit den Ringen!

Schluss mit den Ringen, hier kommt die M-Zone!

Die neue M-Zone steht im Mittelpunkt der Reform. Sie ersetzt das komplizierte System der vier Ringe in der Münchner Innenstadt und darüber hinaus. Ab sofort sind alle Haltestellen in München Teil der M-Zone, von Feldmoching bis Messestadt-West und von Fröttmaning bis Klinikum Großhadern.

Erst außerhalb der M-Zone gibt es fünf verschiedene Zonen. Für die meisten Münchnerinnen und Münchner heißt das: Einsteigen und losfahren, ohne versehentlich eine Ring-Grenze zu übersehen und ohne einen Cent mehr zu zahlen!

Wer viel fährt, bekommt jetzt mehr fürs Geld

Ganz besonders belohnt werden Fahrgäste, die häufig mit den Öffentlichen unterwegs sind. Die Monatskarte für die M-Zone kostet 55,20 Euro. Verglichen mit den Kosten für die bisherigen vier Ringe (79,10 Euro) ist das eine deutliche Reduzierung! Noch günstiger wird das Ticket bei Jahreszahlung. Und wer bisher eine Monatskarte für zwei Ringe hat, zahlt genauso viel wie bisher, darf aber den kompletten öffentlichen Nahverkehr in München nutzen. Auch Nutzer der Ausbildungstarife können nun ohne Aufpreis im ganzen Stadtgebiet fahren.

Insgesamt profitieren mehr als 90% der Jahres-Abonnenten von der Reform - sie zahlen entweder weniger, oder bekommen mehr für ihr Geld. Ich finde, das ist eine deutliche Verbesserung und macht den öffentlichen Nahverkehr in und um München noch attraktiver! Wie die Reform sich auf Ihr Abonnement auswirkt, können Sie mit dem MVV-Tarifcheck überprüfen.

Ich habe bereits ein Jahresabo, was muss ich jetzt tun?

Das Praktische ist: Sie müssen nicht selbst aktiv werden. Für viele Kundinnen und Kunden vergrößert sich der Bereich, den sie nutzen können. Vom Abo-Center erhalten Sie ein Ticket mit den neuen Geltungsbereichen. Bei monatlicher Zahlung Ihres MVV-Abonnements stellt das Abo-Center das Abonnement um, so dass ab Januar automatisch der neue Betrag abgebucht wird. Sie müssen auch hier nichts tun. Und wenn Sie sich für die jährliche Zahlung entschieden haben, werden Ihnen – falls der Preis günstiger wird – für die Restlaufzeit die anteiligen Kosten erstattet, bei einer Preiserhöhung jedoch nicht nachberechnet. Konkret bedeutet das: Niemand, der 2019 sein neues Abo abgeschlossen oder verlängert hat, wird durch die Änderungen der Tarifreform schlechter gestellt, sondern nur besser. Eine gute Sache, finde ich!

Schritt für Schritt zum kostenfreien Nahverkehr

Die Landeshauptstadt München beteiligt sich an der Finanzierung der Tarifreform, damit mehr Pendlerinnen und Pendler auf den umweltschonenden öffentlichen Nahverkehr umsteigen und das Auto stehen lassen.

In der SPD denken wir schon weiter: Unser Anliegen ist es nicht nur, dass der öffentliche Nahverkehr komfortabler und unkomplizierter wird. Grundsätzlich wollen wir eine noch viel weitergehende Reform, durch die auch die Preise für das Sozialticket, für das Ticket für Seniorinnen und Senioren und für alle in Schule, Ausbildung und Studium sinken. Unser langfristiges Ziel ist die Kostenfreiheit! Natürlich ohne die wichtigen Investitionen in den Ausbau der Öffentlichen zu senken. Der Ausbau des Nahverkehrs genießt bei uns höchste Priorität.

Für Münchnerinnen und Münchner in Schule und Ausbildung werden wir nach langen Verhandlungen ab September 2020 ein 365-Euro-Jahresticket für den MVV-Raum einführen! Ein wichtiger Schritt Richtung Kostenfreiheit.

Volle Fahrt voraus!

Ich freue mich auf die Tarifreform und bin sicher, dass dank der M-Zone der öffentliche Nahverkehr für die Münchnerinnen und Münchner einfacher wird. Für die Mehrheit der Menschen in unserer Stadt wird der Nahverkehr günstiger und der Bereich, in dem das jeweilige Ticket gültig ist, größer. So macht U-Bahn- und Trambahnfahren noch mehr Spaß!

Alle weiteren Informationen zur Tarifreform finden Sie auf der Webseite der MVV.

Simone Burger

Simone Burger

Stadträtin, Fachsprecherin für Arbeitsmarktpolitik, stellv. Sprecherin im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft

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