Der Bericht aus dem Stadtrat von Lena Odell
Das Bahnhofsviertel ist das Tor zu unserer Stadt und ein lebendiger Ort – bringt aber auch bekannte Herausforderungen mit sich. Wir wollen, dass sich die Menschen dort sicher fühlen und gerne aufhalten. Deshalb hat die städtische Taskforce, die bereits am Alten Botanischen Garten deutliche Verbesserungen durchgesetzt hat, ihre Arbeit nun gezielt auf das südliche Bahnhofsviertel ausgeweitet.
Die von unserem Oberbürgermeister Dieter Reiter ins Leben gerufene Arbeitsgruppe aus Stadtverwaltung und Polizei hat bewiesen, dass Angsträume und Brennpunkte mit Augenmaß, Menschlichkeit und Miteinander zum Positiven verändert werden können - immer in engem Austausch mit Anwohnenden, Gewerbetreibenden und sozialen Einrichtungen vor Ort.
Auch wir als Fraktion haben uns kürzlich mit verschiedenen Playern vor Ort ausgetauscht. Für uns hat sich die Überzeugung verstärkt, dass wir dringend mehr für suchtkranke Menschen tun müssen. Wir fordern weiterhin vom Freistaat, endlich Drogenkonsumräume zu ermöglichen. Auch haben wir klar gesehen, welch spannende Projekte und Ideen das Viertel aus sich selbst heraus entwickelt. Diese wollen wir weiter stärken.
Als Maßnahme der Taskforce wird in der Goethestraße ein Pilotversuch gestartet, der zeigt, wie wir uns modernen öffentlichen Raum vorstellen: Mehr Platz für Schanigärten, Begrünung, bessere Beleuchtung und Kultur statt trister Fassaden. Wo das Umfeld stimmt und belebt ist, steigt auch das subjektive Sicherheitsgefühl. Natürlich gehört dazu auch Ordnung: Gemeinsam mit der Polizei und dem Kommunalen Außendienst wird die Präsenz vor Ort verstärkt und gegen Verwahrlosung – etwa durch Schrott-Fahrräder – vorgegangen.
Dazu gehört auch, dass wir Fehlentwicklungen korrigieren. Die hohe Dichte an Spielhallen und Wettbüros sehen wir kritisch und prüfen die Möglichkeiten, um hier für eine bessere Mischung zu sorgen. Mit diesem Dreiklang aus Sicherheit, sozialem Miteinander und Aufenthaltsqualität arbeiten wir daran, das Viertel positiv zu entwickeln.
Gleichzeitig gilt für uns: Politik wird nicht über die Köpfe der Menschen hinweg gemacht. Wir als SPD-Fraktion haben einen Auftrag in den dieswöchigen Beschluss eingebracht: Das Kreisverwaltungsreferat soll eine neue, zentrale Ansprechstelle benennen. Anwohnende und Gewerbetreibende sollen einen direkten Draht haben, um ihre Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen zu kommunizieren. Wenn es vor Ort Handlungsbedarf gibt, erfahren dann schnell die zuständigen Menschen davon.