Der Bericht aus dem Stadtrat von Kathrin Abele
Diese Woche beschließen wir im Kommunalausschuss mehrere neue Straßennamen. Es gehört zu unserer Verantwortung als Stadtrat, darüber zu entscheiden, welchen Persönlichkeiten diese Ehre zuteilwird. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir bei unseren Entscheidungen das ungleiche Geschlechterverhältnis Stück für Stück verbessern. So auch diesen Donnerstag: Gleich drei Frauen würdigen wir deshalb im Baugebiet Lerchenauer Straße. Helga Grebing, Elisabeth Schmucker und Heidrun Kaspar.
Helga Grebing haben wir als SPD-Fraktion vorgeschlagen. Sie bleibt als eine der bedeutendsten Historikerinnen der Arbeiterbewegung und als tief überzeugte Sozialdemokratin unvergessen. Ihr Wirken war von dem Ziel geprägt, Geschichte aus der universitären Sphäre zu heben und für die politische Aufklärung und die gesellschaftliche Gegenwart fruchtbar zu machen.
Sie ist zwar in Berlin geboren und gestorben, hat aber auch besonders in und um München gewirkt. In den Jahren des demokratischen Wiederaufbaus (1953 bis 1959) wirkte Helga als Lektorin für Zeitgeschichte und Politik im Isar Verlag sowie als Redakteurin der Zeitschrift „Politische Studien“. In dieser Zeit leistete sie essenzielle Arbeit für die politische Bildung in der jungen Bundesrepublik. Sie leitete das Geschwister-Scholl-Wohnheim und gab Vorlesungen an der Akademie für politische Bildung in Tutzing.
Als jahrzehntelange, prägende Stimme der Historischen Kommission beim SPD-Parteivorstand verlieh sie der deutschen Sozialdemokratie historisches Bewusstsein und intellektuelle Tiefe. Helga stritt dabei unermüdlich für die Werte des demokratischen Sozialismus und die Verteidigung der menschlichen Würde.
Ihr Lebenswerk bleibt ein leuchtendes Vorbild für eine engagierte, demokratische und solidarische Geschichtsschreibung. Wir freuen uns, ihre Person und ihr Wirken mit einem Straßennamen zu würdigen.