Der Bericht aus dem Stadtrat von Christian Köning
In der letzten Woche hat der Stadtrat über den Georg-Kronawitter-Platz diskutiert. Es ging vor allem darum, für welche Nutzungsformen das Areal künftig entwickelt wird. Uns liegt das Thema selbstverständlich am Herzen – nicht nur wegen des prominenten Namensgebers, sondern auch, weil wir eine sehr klare Haltung vertreten, wenn es darum geht, wer Zielgruppe von Stadtentwicklung ist. Wer die Berichterstattung hierzu verfolgt hat, wird wie wir darüber gestolpert sein, dass von Wohnungen aktuell keine Rede ist – obwohl im damals beschlossenen Masterplan ganz klar eine Mischnutzung vorgesehen war: Einzelhandel, Wohnen, Gewerbe. Für uns ist klar, dass dieser Masterplan gelten soll und die Filetstücke unserer Innenstadt nicht nur rein renditeorientiert verwertet werden dürfen. Es spricht nichts gegen ein Hotel – aber dann lasst uns in das gleiche Gebäude auch bezahlbare Wohnungen für junge Menschen planen. Die haben in der Regel weniger Probleme mit Lärm und Leben vor der Haustür. Das wäre dann Kompromiss und Synergie gleichzeitig.
Seit 2018 gibt es den Georg-Kronawitter-Platz – benannt nach unserem 2016 verstorbenen Alt-Oberbürgermeister. In seiner Amtszeit als OB, aber auch danach als Landtagsabgeordneter, hat er sich für ein bezahlbares Leben in unserer Stadt eingesetzt. 1994 erklärte er, eine Großstadt könne „nicht nur Lebensraum für Wohlhabende sein“. Mit dieser Haltung trifft er auch heute noch den Zeitgeist angesichts der Verdrängungseffekte, die wir in den meisten Stadtteilen beobachten können. Wenn wir uns dieser Worte besinnen, müssen wir auch entsprechend handeln. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Aufwertung dieses Platzes nur sozialverträglich passiert und auf eine Weise, die der breiten Bevölkerung Münchens zugutekommt und nicht nur Touristen.