Der Bericht aus dem Stadtrat von Lena Odell
Noch anderthalb Minuten bis zur Abfahrt, hunderte Menschen, gefährliches Gedränge und kein Durchkommen. Genau das ist am Münchner Hauptbahnhof innerhalb weniger Wochen nun bereits zum zweiten Mal passiert. Mitte Juni kam erneut zu einem massiven Menschengedränge, aus dem Fahrgäste von höchst unangenehmen und unsicheren Situationen berichteten.
Bereits nach einem ersten Vorfall im Mai hatte die Deutsche Bahn eigene Probleme im Sicherheitskonzept eingeräumt und Verbesserungen angekündigt. Wir als Stadt hatten uns auf diese Zusage verlassen, dass Prozesse weiter optimiert werden, um erneute Gedränge zu vermeiden. Dass es am 19. Juni trotzdem wieder zu einem gefährlichen Engpass kam, zeigt uns, dass das nicht ausgereicht hat. Die aktuellen Erklärungen der Bahn für die konkrete Situation an diesem Tag mögen zwar einleuchten, aber Erklärungen im Nachhinein ersetzen kein tragfähiges Konzept zur Verhinderung zukünftiger Gefahrensituationen. Wir haben volles Verständnis für temporäre Einschränkungen. Baumaßnahmen müssen sein, natürlich fällt dabei Platz weg. Aber die Sicherheit der Reisenden muss unbedingt gewährleistet werden.
Deshalb haben wir als SPD-Fraktion diese Woche einen Stadtratsantrag gestellt. Wir fordern von der Deutschen Bahn eine umfassende Aufklärung in einer der kommenden Ausschusssitzungen. Die Bahn muss uns erklären, warum die angekündigten Maßnahmen nach dem ersten Vorfall nicht ausgereicht haben und welche Prozessoptimierungen überhaupt schon in die Wege geleitet wurden. Viel wichtiger noch: Wir fordern eine nachvollziehbare und transparente Darstellung des zukünftigen Sicherheitskonzepts. Dabei müssen auch neue Szenarien mitbedacht werden, die etwa durch die umfangreichen Baumaßnahmen am Bahnhof entstehen können. Zudem muss sichergestellt werden, dass auch an allen anderen Münchner Bahnhöfen keine vergleichbaren Gefahrensituationen entstehen.
Als Stadtrat fühlen wir uns der Sicherheit der Menschen in München verpflichtet. Wir werden hier nicht lockerlassen, bis die Bahn verlässliche Lösungen auf den Tisch legt.