Der Bericht aus dem Stadtrat von Felix Lang
In dieser Woche hat der MVV die neuen Ticketpreise für 2027 vorgestellt. Positiv ist, dass die Sperrzeit vom Sozialticket abgeschafft wird. Leider ist das die einzige gute Nachricht, weil die Preiserhöhungen besorgniserregend sind: Ab dem 1. Januar 2027 soll die Streifenkarte in Papierform 21 Euro kosten, während die digitale Variante in der App mit 19,50 Euro deutlich günstiger bleibt. Wir stellen uns als SPD-Fraktion gegen diese Ungleichbehandlung!
Bereits im Jahr 2024 haben wir unmissverständlich ein „Recht auf ein analoges Leben“ gefordert. Der Grundsatz dahinter ist simpel und gerecht: Niemand darf finanziell schlechter gestellt werden, nur weil er oder sie auf die analoge Variante zurückgreift. Der jetzt geplante Preisunterschied benachteiligt vor allem ältere Menschen massiv, für die App-Lösungen auf dem Smartphone oft schlichtweg nicht funktionieren. Wir verstehen das Argument, dass der digitale Wandel beschleunigt werden soll, um langfristig Automaten abzubauen und Kosten zu sparen. Aber dieser technische Fortschritt darf nicht auf dem Rücken derjenigen ausgetragen werden, die nicht digital ausgestattet sind – für sie wird das Papierticket so zur unfairen finanziellen Belastung.
Wenn sich die Preisentwicklung bei der Streifenkarte bald schlimmer liest als bei der Wiesn-Mass, haben wir ein handfestes soziales Problem. Eine Seniorin muss es sich auch in Zukunft leisten können, für eine alltägliche Besorgung in die Innenstadt zu fahren. Andere europäische Metropolen machen längst vor, wie es besser geht: In London, Prag oder Budapest fahren Seniorinnen und Senioren komplett gratis. Über ein solches Entlastungsmodell haben wir Anfang des Jahres auch in München bereits diskutiert, jedoch ist das bisher leider ergebnislos geblieben. Wir sind dagegen, dass beim Ticketkauf eine Zweiklassengesellschaft entsteht. Analog muss bezahlbar sein und es muss immer eine faire Alternative geben.
Daran halten wir fest!